04.1 – Zeichengeschwindigkeit und Genauigkeit
Um die Werkzeuge effizient zu nutzen, müssen Ihre Hände und Finger wahrscheinlich neue Bewegungsabläufe ausführen. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, diese zu trainieren, um Zeichenaufgaben so effektiv wie möglich zu bewältigen. Die Definition von „am besten“ ist diskussionswürdig, aber Aspekte wie Geschwindigkeit, Flüssigkeit und Genauigkeit gehören sicherlich dazu.
In diesem Text finden Sie Anleitungen und Übungen, um im Freihandzeichnen besser zu werden. Im Abschnitt über das Messen und Zeichnen mit Hilfsmitteln finden Sie zusätzliche Informationen zur Entwicklung verschiedener Zeichenstrategien. Mit diesen beiden Abschnitten möchten wir Sie an den Punkt bringen, an dem Sie einfach den Stift greifen und das gewünschte Motiv zeichnen, ohne über das „Wie“ nachdenken zu müssen.
04.2 – Stifthaltung
Es ist nicht einfach, die ideale Art und Weise zu beschreiben, wie man den Stift in der Hand hält. Hier ist ein Versuch, wobei davon ausgegangen wird, dass sich der Stift in Ihrer rechten Hand befindet. Nehmen Sie den Stift so in die rechte Hand, dass die Spitze von der Hand weg zeigt. Führen Sie Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger Ihrer linken Hand locker zusammen, sodass sie ein Dreieck bilden. Stecken Sie die Stiftspitze etwa 1,5 bis 2 Zentimeter weit in dieses Dreieck. Ihre Finger werden sich dabei voneinander entfernen.
Legen Sie nun Daumen und Zeigefinger Ihrer rechten Hand gegen die Spitzen der Finger der linken Hand. Naturgemäß wird sich auch der Mittelfinger zum Stift bewegen. Nun halten die Spitze des Zeigefingers und der Bereich nahe dem ersten Gelenk des Daumens den Stift, während der Mittelfinger von der Seite gegen den Stift drückt. Der Stift liegt innerhalb der drei Finger der rechten Hand, wobei die Stiftspitze nach links zeigt. Der Mittelfinger stützt den Körper des Stifts. Tatsächlich drückt der Daumen den Stift gegen die Finger. Diese Ruheposition kann je nach persönlicher Vorliebe variieren, aber eine Position nahe der Fingerkuppen scheint gut geeignet zu sein.

Alternativ können Sie den Stift in der Faust halten, aber es ist schwieriger, die Präzision beim Zeichnen zu kontrollieren, da die Bewegungen aus dem Handgelenk und/oder dem Ellbogen kommen.
Übung: Lassen Sie den Stift auf den Tisch fallen und heben Sie ihn so schnell wie möglich auf. Folgen Sie den obigen Anweisungen, um den Stift in Ihrer Hand zu positionieren. Setzen Sie die Stiftspitze auf die Zeichenfläche. Wiederholen Sie diese Schritte 50-mal.
04.3 – Positionierung Ihrer Hand auf dem Zeichenbrett
Wenn Sie den Stift in der Hand haben, können Sie die Hand nach rechts abrollen. Der rechte Teil Ihres Handgelenks liegt nun auf der Oberfläche des Zeichenbretts auf. Der dort vorhandene Knochen ist eine perfekte Stütze und ein Drehpunkt; die Hand kann schwingen und die Finger können sich vor- und zurückbewegen. Die Kombination dieser beiden Bewegungen bietet Raum für detaillierte Zeichenvorgänge. Größere Bewegungen gehen vom Ellbogen und/oder der Schulter aus.
Übung: Legen Sie Ihr Handgelenk auf das Zeichenbrett und untersuchen Sie, welchen Bereich Sie mit Hand und Fingern abdecken können, während das Handgelenk an der gleichen Position bleibt. Benutzen Sie Ihre linke Hand, um ein Gefühl für die Abstände zu bekommen.
04.4 – Druck auf das Papier; wie viel Kraft
Wenn Sie den Stift wie oben beschrieben halten, können Sie mit dem Zeichnen beginnen. Beginnen Sie irgendwo in der Nähe der oberen linken Ecke, damit genügend Papier für die ersten Übungen vorhanden ist. Setzen Sie den Stift auf das Papier. Der Stift neigt sich dabei faktisch in Richtung Ihrer Hand. Legen Sie den Zeigefinger Ihrer linken Hand gegen die Stiftspitze. Drücken Sie nach unten und ziehen Sie den Stift zu sich heran. Der Zeigefinger Ihrer linken Hand sollte nun eine Schwellinie ertasten! Dieser ziehende Vorgang ist der einfachste.
Übung: An dieser Stelle können Sie einige Male testen, wie viel Kraft Sie aufwenden müssen, um den Effekt zu erzielen. Auch führen unterschiedliche Kraftaufwendungen zu unterschiedlichen Höhen der Linien.
Bitte beachten Sie, dass die Linien, die Sie erhalten, nicht wirklich weich sind. Das Papier hat ein winziges gewebtes Muster, das den Schwellinien-Effekt erzeugt. Bei genauer Betrachtung der Details ist die Linie nicht völlig glatt. Bei der ersten Berührung fühlt sie sich jedoch wie eine durchgehende Linie an.
04.5 – Ihr Name in Großbuchstaben
Wenn Sie die Form der Buchstaben Ihres Namens kennen, ist es eine unterhaltsame und nützliche Übung, ihn ein paar Mal zu schreiben. Achten Sie darauf, dass die Zeichen mindestens zwei Zentimeter (ca. 1 Zoll) hoch oder größer sind. Das Schreiben Ihres Namens zwingt Sie dazu, den Stift in verschiedene Richtungen zu bewegen und gleichzeitig einen gleichmäßigen Druck auszuüben, um die Höhe der Linien beizubehalten. Dabei wechseln sich ziehende und schiebende Bewegungen ab.
04.6 – Grundformen
Zeit für die nächste Übung: das Erstellen von Grundformen, die man recht häufig benötigt. Übung: Stützen Sie sich mit der Seite des Handgelenks auf dem Zeichenbrett ab und zeichnen Sie die Formen in einer Größe von 2,5 Zentimetern (ca. 1 Zoll). Bewegen Sie Ihren Arm nicht, während Sie eine der folgenden Formen zeichnen:
- Kurze Linie
- (Gleichseitiges) Dreieck
- Quadrat
- Kreis
- Ellipse
Sie werden feststellen, dass der Schwierigkeitsgrad in dieser Liste zunimmt. Die Bilder können nebeneinander positioniert werden oder sich sogar teilweise überschneiden.
04.7 – Zeichnen von geraden Linien
Die Definition für eine Linie ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten, aber wie bekommt man das richtig hin? Bei kurzen Linien bis zu 5 Zentimetern (ca. 2 Zoll) kann dies geschehen, während die Hand in der gleichen Position bleibt.
Den Finger als Lineal benutzen. Für eine etwas längere Linie könnten Sie den Stift an Ihrem Finger entlangführen. Probieren Sie dies einfach aus und Sie werden erstaunt sein, wie gut das funktioniert. Generell empfiehlt es sich, auch die Hand, die den Stift nicht hält, auf dem Zeichenbrett zu lassen. Zumindest dann, wenn Sie kein Hilfsmittel verwenden.
Eine Linie mit einer Länge von 10 Zentimetern (ca. 4 Zoll) zwischen zwei Fingerspitzen zu zeichnen, ist nun möglich. Finden Sie die Anfangs- und Endposition und platzieren Sie dort Ihren Daumen bzw. Zeigefinger. Bestimmen Sie basierend auf Ihrer bisherigen Erfahrung die Richtung, in der Sie die Linie beginnen (Ziehen oder Schieben des Stifts). Bei dieser Distanz muss sich die Hand zusammen mit den Fingern, die den Stift halten, drehen. Verwenden Sie die für Sie höchste Geschwindigkeit, um den Stift zu bewegen, damit die Linie gerade bleibt. Längere Linien erfordern ein Hilfsmittel wie ein Lineal. Falls jedoch keine hohe Genauigkeit erforderlich ist, können Sie diese mit hoher Geschwindigkeit zeichnen und dabei auch Ihren Ellbogen bewegen.
